Wandhydranten: Verschiedene Typen und Ausführungen

Wandhydranten gibt es in unterschiedlichen Typen und Ausführungen. Welche Variante eingesetzt wird, richtet sich nach Brandschutzkonzept, Gebäudenutzung, baulichen Gegebenheiten und den Anforderungen an Bedienung, Schlauchführung und Löschwasserversorgung.

Die wichtigsten Unterschiede liegen vor allem im verwendeten Schlauchsystem, in der Bauform des Schrankes und in möglichen Zusatzfächern oder Sonderausstattungen.

Welche Wandhydranten gibt es?

  • Wandhydranten mit formstabilem Schlauch
  • Wandhydranten für Flachschlauch
  • Schmalhydranten
  • Sonder-Wandhydranten
  • Wandhydranten mit Feuerlöscherfach
  • Wandhydranten mit Feuermelderfach
  • Wandhydranten mit unterschiedlichen Haspel- und Einbauvarianten

Wandhydranten mit formstabilem Schlauch

Wandhydranten mit formstabilem Schlauch sind mit einer Schlauchhaspel mit wasserführender Achse ausgestattet. Der Schlauch kann dadurch auch verwendet werden, wenn er noch nicht vollständig von der Haspel abgewickelt wurde.

Diese Ausführung ist insbesondere dort verbreitet, wo eine einfache und schnelle Handhabung vorgesehen ist.

Wandhydranten mit formstabilem Schlauch

Wandhydranten für Flachschlauch

Bei Wandhydranten mit Flachschlauch muss der Schlauch für die Wasserabgabe vollständig ausgelegt werden. Diese Bauart unterscheidet sich damit deutlich von Systemen mit formstabilem Schlauch.

Ob ein Flachschlauch-Wandhydrant erforderlich oder vorgesehen ist, ergibt sich aus der jeweiligen Planung und dem Brandschutzkonzept.

Wandhydranten für Flachschlauch

Schmalhydranten für begrenzte Platzverhältnisse

Schmalhydranten werden eingesetzt, wenn für einen herkömmlichen Wandhydrantenschrank nur wenig Einbautiefe oder Breite zur Verfügung steht.

Die kompakte Bauform ermöglicht eine Anpassung an enge Flure, Nischen oder besondere bauliche Situationen.

Schmalhydranten

Sonder-Wandhydranten

Bei besonderen Einbausituationen oder Anforderungen können Sonderausführungen erforderlich sein. Dazu gehören beispielsweise spezielle Schrankabmessungen, besondere Einbauformen oder individuell angepasste Ausstattungen.

Sonder-Wandhydranten mit formstabilem Schlauch

Wandhydranten mit Feuerlöscherfach

Wandhydrantenschränke können mit einem zusätzlichen Fach für Feuerlöscher ausgeführt werden. Dadurch lassen sich unterschiedliche Feuerlöscheinrichtungen an einem gemeinsamen Standort unterbringen.

Wandhydranten mit Feuerlöscherfach

Wandhydranten mit Feuermelderfach

Je nach Planung kann der Wandhydrantenschrank zusätzlich ein Fach für Melde- oder Bedieneinrichtungen aufnehmen.

Ob eine solche Kombination vorgesehen ist, richtet sich nach der konkreten Anlagenplanung.

Wandhydranten mit Feuermelderfach

Haspel, Schlauchführung und Einbauart

Neben dem Schlauchtyp unterscheiden sich Wandhydranten auch durch die Ausführung der Schlauchhaspel und die Einbausituation.

Je nach Planung können unter anderem feste oder ausziehbare Haspeln sowie unterschiedliche Schrank- und Montagevarianten erforderlich sein.

Wandhydranten mit ausziehbarer oder fester Haspel

Welcher Wandhydrant ist der richtige?

Die Auswahl sollte nicht allein nach Schrankgröße oder Optik erfolgen. Entscheidend sind die Vorgaben des Brandschutzkonzepts und der Planung sowie die technischen Anforderungen der vorhandenen Löschwasseranlage.

  • vorgesehener Schlauchtyp
  • Einbau- und Platzverhältnisse
  • Art der Schlauchhaspel
  • erforderliche Zusatzfächer
  • Montageart
  • vorhandene Löschwasserinstallation
  • objektbezogene Vorgaben aus Planung und Brandschutzkonzept

Wartung und Instandhaltung

Wandhydranten müssen dauerhaft funktionsfähig gehalten werden. Bei der Wartung werden unter anderem Schlauch, Haspel, Armaturen, Strahlrohr, Schrank und weitere Komponenten der vorhandenen Anlage geprüft.

Wartung von Hydranten, Steigleitungen und Schläuchen


Weiterführende Links


Häufige Fragen zu Wandhydranten

Ein Wandhydrant ist eine fest installierte Löschwasserentnahmestelle innerhalb eines Gebäudes. Er ermöglicht die schnelle Brandbekämpfung mit Wasser und dient – je nach Ausführung – der Selbsthilfe durch eingewiesene Personen oder dem Einsatz der Feuerwehr. Wandhydranten sind Bestandteil des vorbeugenden Brandschutzes und werden entsprechend den Anforderungen des Brandschutzkonzeptes geplant.

Für Wandhydranten gelten unter anderem die DIN EN 671-1 (Schlauchhaspeln mit formstabilem Schlauch), DIN EN 671-2 (Wandhydranten mit Flachschlauch), DIN 14461 sowie DIN 14462 für Planung, Errichtung und Betrieb der Anlagen.

Wandhydranten sind in unterschiedlichen Ausführungen erhältlich. Häufig verwendet werden Modelle mit formstabilem Schlauch oder Flachschlauch. Darüber hinaus gibt es Schmalhydranten für beengte Platzverhältnisse sowie Sonderausführungen mit Feuerlöscherfach oder Feuermelderfach. Welche Ausführung geeignet ist, richtet sich nach der Gebäudenutzung, dem Brandschutzkonzept und den geltenden Vorschriften.

Schmalhydranten erfüllen grundsätzlich die gleiche Aufgabe wie herkömmliche Wandhydranten. Der wesentliche Unterschied liegt in der platzsparenden Bauform. Sie werden dort eingesetzt, wo nur geringe Einbautiefen oder schmale Flure zur Verfügung stehen. Je nach Ausführung sind Schmalhydranten mit formstabilem Schlauch oder als Sonderausführung erhältlich.

Wandhydranten dienen in erster Linie der schnellen Erstbekämpfung von Entstehungsbränden. Je nach Ausführung können sie von eingewiesenen Personen oder der Feuerwehr genutzt werden. Voraussetzung ist, dass keine Eigengefährdung besteht und der Brand noch sicher bekämpft werden kann. Bei größeren Bränden sollte der Gefahrenbereich sofort verlassen und die Feuerwehr alarmiert werden.

Ob Wandhydranten erforderlich sind, ergibt sich aus dem Brandschutzkonzept sowie den geltenden bauordnungsrechtlichen Vorgaben für das jeweilige Gebäude. Dabei spielen unter anderem Gebäudegröße, Nutzung, Brandgefährdung und die Anforderungen der zuständigen Behörden eine Rolle. Die Planung sollte deshalb immer durch die verantwortlichen Fachplaner oder Brandschutzsachverständigen erfolgen.

Wandhydranten mit formstabilem Schlauch eignen sich besonders zur schnellen Erstbekämpfung von Entstehungsbränden. Der Schlauch kann während der Wasserentnahme auf der Haspel verbleiben und ist dadurch einfach zu bedienen.

Wandhydranten mit Flachschlauch kommen überwiegend dort zum Einsatz, wo größere Schlauchlängen benötigt werden oder entsprechende Anforderungen des Brandschutzkonzeptes bestehen. Vor der Wasserabgabe muss der Schlauch vollständig ausgezogen werden.

Ja. Es gibt Wandhydranten mit integriertem Feuerlöscherfach. Diese Kombination ermöglicht es, sowohl einen Feuerlöscher als auch einen Wandhydranten an einer zentralen Stelle bereitzustellen und spart gleichzeitig Platz.

Ja, allerdings nicht jeder Wandhydrantenschrank automatisch. Die CE-Kennzeichnung richtet sich nach der jeweiligen Bauart und den anzuwendenden Normen. Bei Wandhydranten mit Schlauchhaspel nach DIN EN 671-1 sowie Wandhydranten mit Flachschlauch nach DIN EN 671-2 sind Anforderungen an die Konformitätsbewertung und CE-Kennzeichnung Bestandteil der europäischen Normen. Reine Schutzschränke oder Zubehör unterliegen dagegen nicht zwangsläufig einer CE-Kennzeichnung. Entscheidend ist immer die Ausführung des jeweiligen Produkts und die dafür geltenden Vorschriften.

Ja. Viele bestehende Anlagen können durch neue Schränke, Haspeln, Armaturen oder Sonderausstattungen modernisiert werden. Ob eine Nachrüstung möglich ist, hängt von der vorhandenen Wandhydrantenanlage und den geltenden Vorschriften ab.

Ja. Wandhydranten müssen regelmäßig geprüft und instand gehalten werden. Dabei werden unter anderem Schläuche, Armaturen, Haspeln, Ventile und Schränke kontrolliert sowie die Funktionsfähigkeit dokumentiert. Die Anforderungen ergeben sich aus den einschlägigen Normen für Betrieb und Instandhaltung.


Wandhydranten anfragen

Für eine gezielte Auswahl sind insbesondere Angaben zu Brandschutzkonzept, Schlauchtyp, Einbausituation und gewünschter Schrankausführung hilfreich. Vorhandene Pläne oder Fotos können die Zuordnung erleichtern.

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