Dauerdrucklöscher

Dauerdrucklöscher

Dauerdrucklöscher sind Feuerlöscher, bei denen das Löschmittel dauerhaft unter Treibmitteldruck steht. Der Druck liegt also bereits im Ruhezustand im Löschmittelbehälter an. Wird die Auslöseeinrichtung betätigt, wird das Löschmittel über Steigrohr, Ventil, Schlauchleitung und Ausspritzdüse kontrolliert abgegeben.

Diese Bauart wird häufig bei tragbaren Feuerlöschern eingesetzt, insbesondere bei Pulverlöschern. Je nach Hersteller sind Dauerdrucklöscher auch mit Wasser oder Schaum als Löschmittel erhältlich. Im betrieblichen Brandschutz, bei der Wartung von Feuerlöschern und bei der Auswahl geeigneter Löschgeräte ist der Unterschied zwischen Dauerdrucklöscher und Aufladelöscher wichtig, weil sich Aufbau, Prüfung, Instandhaltung und mögliche Druckverluste unterscheiden.

Beim Dauerdrucklöscher befindet sich das Löschmittel gemeinsam mit dem Treibgas im Behälter. Das Treibgas übt einen permanenten Druck auf das Löschmittel aus. Wird der Auslösehebel betätigt, öffnet das Ventil und das Löschmittel wird durch den vorhandenen Druck aus dem Behälter herausgeführt. Der Löschstrahl kann dabei dosiert eingesetzt und gezielt auf den Brandherd gerichtet werden.

Dauerdrucklöscher im Brandschutz

Dauerdrucklöscher gehören zu den bekannten Feuerlöscher-Bauarten und werden in vielen Bereichen eingesetzt. Ihr Aufbau ist vergleichsweise einfach, weil kein separater Treibgasbehälter aktiviert werden muss. Dadurch ist das Gerät nach dem Entfernen der Sicherung und dem Betätigen des Auslösehebels sofort einsatzbereit.

Gleichzeitig muss bei Dauerdrucklöschern besonders auf den Betriebsdruck geachtet werden. Da der Behälter dauerhaft unter Druck steht, kann ein schleichender Druckverlust auftreten. Wird der vorgeschriebene Betriebsdruck unterschritten, muss die Ursache ermittelt und behoben werden. Das erfolgt in der Regel durch einen Fachbetrieb oder eine geeignete Reparaturwerkstatt.

Aufbau und Funktion von Dauerdrucklöschern

Der Dauerdrucklöscher besteht aus einem Löschmittelbehälter mit Tragegriff, Auslösehebel, Ventil, Steigrohr und Schlauchleitung. Nach dem Entfernen des Sicherungsstiftes wird das Gerät am Tragegriff gehalten. Der Schlauch wird auf den Brandherd gerichtet und der Auslösehebel nach unten gedrückt.

Durch das Betätigen des Auslösehebels öffnet der Ventildichtkegel das Ventil. Das Löschmittel wird vom vorhandenen Druckpolster durch das Steigrohr, das Ventil und die Schlauchleitung gepresst. Anschließend tritt es über die Düse aus und kann dosiert auf die Flammen gerichtet werden.

Bauteile beim Dauerdrucklöscher

  • Sicherungsstift
  • Behälter
  • Tragegriff
  • Auslösehebel
  • Ventilkegel
  • Steigrohr
  • Schlauchleitung

Löschmittel und Treibgas bei Dauerdrucklöschern

Beim Dauerdrucklöscher kommt hauptsächlich Löschpulver als Löschmittel zum Einsatz. Einige Hersteller konstruieren Dauerdrucklöscher jedoch auch für Wasser oder Schaum. Dadurch kann die Bauart in verschiedenen Feuerlöscher-Typen verwendet werden.

Als Treibgasmittel wird heute in der Regel Stickstoff verwendet. Die Bauartbezeichnung für dieses Treibgasmittel ist L. Diese Bezeichnung hängt damit zusammen, dass früher und auch nach EN-Norm trockene Pressluft verwendet werden kann.

Der Betriebsdruck beträgt bei 20 °C je nach Hersteller etwa 14 bis 16 bar Überdruck. Innerhalb von zwei Jahren kann der Betriebsdruck bis zu 10 % seines vorgeschriebenen Druckes verlieren. Liegt der gemessene Betriebsdruck darunter, ist eine Untersuchung und Behebung der Druckverluststelle erforderlich.

Wartung und Prüfung von Dauerdrucklöschern

Die regelmäßige Wartung von Dauerdrucklöschern ist wichtig, damit der Feuerlöscher im Ernstfall zuverlässig funktioniert. Bei der Instandhaltung werden unter anderem Behälter, Armatur, Sicherung, Schlauchleitung, Düse und Betriebsdruck geprüft.

Bei einer Wartung beziehungsweise Befüllung mit Treibgas sind die einschlägigen Anforderungen zu beachten. Dazu gehören insbesondere Vorgaben zur Druckbehälterverordnung und zur Betriebssicherheitsverordnung. Arbeiten am Feuerlöscher sollten daher nur durch fachkundige Personen oder einen Brandschutz-Fachbetrieb durchgeführt werden.

Anmerkung

Wir empfehlen aus Sicherheits- und Umweltgründen keine Dauerdruck-Feuerlöscher.

Technische Details und Übersicht

  • Produktart: Kundeninformation / technische Erklärung
  • Titel: Dauerdrucklöscher
  • Feuerlöscher-Bauart: Dauerdrucklöscher
  • Grundprinzip: Löschmittel steht dauerhaft unter Treibmitteldruck
  • Hauptbestandteile: Behälter, Tragegriff, Auslösehebel, Ventil, Steigrohr und Schlauchleitung
  • Häufiges Löschmittel: Löschpulver
  • Weitere mögliche Löschmittel: Wasser oder Schaum, je nach Hersteller und Ausführung
  • Treibgasmittel: Stickstoff, N2
  • Bauartbezeichnung Treibgasmittel: L
  • Betriebsdruck: je nach Hersteller ca. 14 bis 16 bar Überdruck bei 20 °C
  • Besonderheit: möglicher Druckverlust während der Nutzungsdauer
  • Einsatzbereiche: privater, gewerblicher und industrieller Brandschutz
  • Hinweis: Wartung und Prüfung durch fachkundige Personen durchführen lassen

Zubehör für Dauerdrucklöscher

  • Wandhalterungen
  • Fahrzeughalterungen
  • Feuerlöscher-Schutzschränke
  • Schutzboxen für Feuerlöscher
  • Kennzeichnungsschilder
  • Schutzhauben
  • Plomben und Sicherungen
  • Ersatzteile und Armaturen
  • Prüfplaketten und Dokumentationszubehör
  • Standfüße und Fußringe

Weiterführende Links


image_pdfPDF speichernimage_printSeite drucken