
Sonderlöscher sind Feuerlöscher für besondere Brandrisiken und Einsatzbereiche, bei denen klassische Standardlöscher nicht immer ausreichen. Dazu gehören unter anderem Fettbrandlöscher, Metallbrand-Feuerlöscher, F-500 Feuerlöscher sowie spezielle automatische oder fahrbare Löschgeräte.
Welcher Sonderlöscher geeignet ist, hängt vom tatsächlichen Brandrisiko, vom brennbaren Stoff, vom Einsatzort und von der jeweiligen Geräteausführung ab. Besonders bei speziellen Gefahren sollte die Auswahl deshalb nicht allein nach Löschmittel oder Gerätebezeichnung erfolgen, sondern nach der konkreten Eignung des jeweiligen Feuerlöschers.
Wann werden Sonderlöscher benötigt?
Sonderlöscher kommen dort infrage, wo besondere Stoffe, Produktionsprozesse oder technische Anlagen von den üblichen Brandrisiken abweichen. Typische Beispiele sind Küchen mit heißem Speiseöl, metallverarbeitende Betriebe, technische Anlagen, Werkstätten, Lagerbereiche oder andere Bereiche mit speziellen Gefährdungen.
Die Sonderlösung ergänzt dabei häufig die allgemeine Feuerlöscher-Ausstattung. Sie ersetzt nicht automatisch die übrigen Feuerlöscher eines Betriebes, sondern deckt gezielt ein zusätzliches oder besonderes Brandrisiko ab.
Fettbrandlöscher für Brandklasse F
Fettbrandlöscher sind für Brände von Speiseölen und Speisefetten vorgesehen. Typische Einsatzorte sind gewerbliche Küchen, Gastronomie, Kantinen, Hotels, Imbissbetriebe und andere Bereiche, in denen größere Mengen erhitzter Speiseöle oder Speisefette verwendet werden.
Ein Fettbrand darf nicht mit Wasser gelöscht werden, da dabei gefährliche Reaktionen auftreten können. Deshalb werden für solche Bereiche spezielle Feuerlöscher mit geeigneten Löschmitteln eingesetzt.
Welche Gerätegröße und Ausführung benötigt wird, hängt unter anderem vom vorhandenen Brandrisiko und der Größe der zu schützenden Einrichtung ab.
Metallbrand-Feuerlöscher für Brandklasse D
Metallbrand-Feuerlöscher sind für Brände bestimmter brennbarer Metalle vorgesehen. Solche Risiken können beispielsweise in Metallverarbeitung, Industrie, Werkstätten, Forschung oder Laborbereichen auftreten.
Für Metallbrände werden spezielle Löschmittel benötigt. Ungeeignete Löschmittel können bei bestimmten Metallen gefährliche Reaktionen verursachen. Deshalb sollte der eingesetzte Feuerlöscher ausdrücklich für das vorhandene Metallbrandrisiko geeignet sein.
F-500 Feuerlöscher für besondere Brandrisiken
F-500 Feuerlöscher werden für besondere Einsatzbereiche angeboten und können je nach Geräteausführung für bestimmte Feststoff-, Kunststoff- oder technische Brandrisiken vorgesehen sein.
Auch im Zusammenhang mit Lithium-Ionen-Batterien werden spezielle Löschlösungen angeboten. Ob ein konkreter F-500 Feuerlöscher für ein bestimmtes Batterie- oder Anlagenrisiko geeignet ist, sollte jedoch anhand der jeweiligen Herstellerangaben, Prüfungen und Freigaben beurteilt werden.
Die Geräte sind deshalb nicht pauschal für jede Anwendung mit Lithium-Ionen-Batterien oder anderen besonderen Brandrisiken gleichzusetzen.
Automatiklöscher für technische Anlagen
Automatiklöscher sind für Einsatzbereiche vorgesehen, in denen eine Löschwirkung unter bestimmten Bedingungen automatisch ausgelöst werden soll. Solche Lösungen können beispielsweise bei technischen Anlagen, Maschinen, geschützten Bereichen oder besonderen betrieblichen Risiken eingesetzt werden.
Auslösemechanismus, Löschmittel, Temperaturbereich und Eignung unterscheiden sich je nach System. Deshalb sollte die konkrete Ausführung immer auf die zu schützende Anlage abgestimmt werden.
Fahrbare Sonderlöscher
Bei größeren Brandrisiken oder Bereichen, in denen eine höhere Löschmittelmenge benötigt wird, können fahrbare Sonderlöscher infrage kommen. Sie werden beispielsweise in Industrie, Werkstätten, Lagerbereichen oder technischen Anlagen eingesetzt.
Welche Löschmittelmenge und Geräteart sinnvoll ist, richtet sich nach dem vorhandenen Risiko und dem vorgesehenen Einsatzbereich.
Sonderlöscher richtig auswählen
Die Auswahl eines Sonderlöschers sollte mit der Gefährdung beginnen und nicht mit dem Gerät. Entscheidend ist zunächst, welcher Stoff oder welche Anlage geschützt werden soll.
- Welche Stoffe oder Materialien können brennen?
- Welche Brandklasse ist betroffen?
- Welche Löschmittel sind für dieses Risiko geeignet?
- Gibt es besondere Gefahren durch chemische oder thermische Reaktionen?
- Welche Gerätegröße wird benötigt?
- Ist ein tragbarer oder fahrbarer Feuerlöscher sinnvoll?
- Ist Frostschutz erforderlich?
- Ist eine automatische Auslösung vorgesehen?
- Welche Herstellerangaben und Freigaben gelten für das konkrete Gerät?
Sonderlöscher als Ergänzung zur Feuerlöscher-Ausstattung
In vielen Betrieben werden Sonderlöscher zusätzlich zu den üblichen Feuerlöschern eingesetzt. So kann beispielsweise die allgemeine Ausstattung mit Wasser-, Schaum-, Pulver- oder Kohlendioxidlöschern bestehen bleiben, während für einzelne Bereiche ein spezieller Feuerlöscher ergänzt wird.
Typische Beispiele sind Fettbrandlöscher in Küchen, Metallbrandlöscher in metallverarbeitenden Bereichen oder speziell ausgewählte Löschgeräte für technische Anlagen und besondere Werkstoffe.
Wartung und Kennzeichnung
Auch Sonderlöscher müssen gut zugänglich, eindeutig gekennzeichnet und entsprechend ihrer vorgesehenen Verwendung einsatzbereit gehalten werden. Wartung, Prüfung und Ersatzteile richten sich nach der jeweiligen Geräteausführung und den Vorgaben des Herstellers.
Bei selten eingesetzten Sonderlöschern ist besonders wichtig, dass das Gerät eindeutig dem vorgesehenen Brandrisiko zugeordnet werden kann und Bediener wissen, wofür es bestimmt ist.
Hinweis: Bei besonderen Brandrisiken sollte die Eignung eines Feuerlöschers immer anhand des konkreten Gerätes, des vorgesehenen Einsatzbereiches und der Herstellerangaben geprüft werden. Eine allgemeine Produktbezeichnung allein reicht für die Auswahl nicht aus.
Weiterführende Links
- Feuerlöscher kaufen
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- Den richtigen Feuerlöscher finden
- F-500 Feuerlöscher
- Fettbrand-Feuerlöscher
- Fluorfreie Schaumlöscher
- Feuerlöscher-Schutzschränke
- Wartung und Instandhaltung von Feuerlöschern
Häufige Fragen zu Feuerlöschern
Müssen Dauerdrucklöscher nach 10 Jahren durch Sachverständige geprüft werden?
Nach dem neuen Betriebssicherheitsgesetz ist eine wiederkehrende Prüfung mind. aller 5 Jahre vorgeschrieben, die von einem Sachverständigen oder von befähigten Personen nach Betriebssicherheitsgesetz durchgeführt werden kann.
Woran erkennt man, wenn Feuerlöscher gewartet werden müssen?
An einem bereits gewarteten Feuerlöscher befindet sich ein Instandhaltungsnachweis mit einer Marke o.ä. „geprüft am“. Bei einem Neugerät finden Sie in der Regel eine Werksendkontrolle. Nach max. 24 Monaten sind/ sollten Feuerlöscher gewartet werden.
Sind Feuerlöscher nach dem Baujahr gekennzeichnet?
Feuerlöscher sollten eigentlich mit einem Aufdruck „Werksendkontrolle“ ausgestattet sein. Da es Druck- bzw. Druckgasbehälter sind, müsste eigentlich der TÜV mit Schlagzahl eingetragen sein (z.B. 01 – 11 oder 01/14)….
Und für wie viele Löschaktionen hält die CO2-Patrone?
Je nach Feuerlöschertyp, bzw. Düsenart ca. 12 – 45 Sekunden.
Wie hoch ist das Normalgewicht einer CO2 Patrone in P6J?
Eine allg. gültige Aussage, wie viel diese Patrone wiegen muss, kann niemand machen. Selbst wenn ich den Hersteller und die Zulassungsnummer wüsste, könnte es ja eine getauschte Patrone sein…
Auf der Patrone müsste eigentlich das Nenngewicht drauf stehen >> Tara. Dann müsste die CO2- Füllmenge drauf stehen und damit haben Sie ja auch das Leergewicht…
Muss z.B. das Wiegeergebnis der Patrone dokumentiert werden?
Eine Pflicht zu dieser Dokumentation ist uns nicht bekannt.
Wie lange halten Dauerdrucklöscher Ihren Druck?
Grundsätzlich ist es ähnlich, wie beim TÜV. Bei der Wartung/Instandhaltung durch den Feuerlöscher-Kundendienst gibt dieser eine Prognose ab, dass der Dauerdrucklöscher auch in 2 Jahren voll funktionsfähig sein wird. Das Gerät sollte eigentlich 100%ig dicht sein.
Nun haben wir ja am Dauerdrucklöscher etliche Dichtflächen. Wenn an diesen Blasen nach ca. einer Minute entstehen, muss dies der Feuerlöscher-Kundendienst feststellen. Spätestens nach ca. 1 Monat dürfte das Gerät drucklos geworden sein.
Sollte die Undichtigkeit kleiner sein, hat er keine Chance. Nach 2 Jahren kann am Gerät z. B. der Druck von 15 auf 11 Bar oder auf 0 Bar gesunken sein…
In diesen Fällen bitte den Feuerlöscher-Kundendienst informieren.
Also, wenn Ihr Dauerdrucklöscher ein Manometer hat, können Sie ja regelmäßig (jeden Monat) draufschauen. Wenn der Zeiger sich immer weiter nach Rot bewegt, ist dies ein Indiz, dass Undichtigkeiten vorliegen.
PS. Das Manometer ist nur ein Hilfsmittel. Wir haben etliche, die bei 15 Bar keinen Druck anzeigen und umgekehrt…
Wie lange löscht ein 6 kg Pulverlöscher?
Die durchschnittliche Funktionsdauer beträgt ca. 15 Sekunden. Die Funktionsdauer mancher Geräte beträgt bis zu 23 Sekunden.
Wichtig ist in dem Zusammenhang das Löschvermögen des Gerätes. Trotz längerer Löschdauer löschen diese Geräte auch nicht mehr ab. Mit steigender Löschdauer nimmt logischerweise auch die Wurfweite ab.
Können Sie mir die Wurfweite dieses Auflade-Wasserlöschers sagen?
Die Wurfweite eines Auflade-Wasserlöschers mit einer Sprühdüse = Sprühnebel beträgt ca. 2–3 Meter. Mittlerweile gibt es Geräte, die auch 4-5 Meter weit sprühen.
Welche Maße hat ein Germania 2 kg Auflade- Feuerlöscher FactX- P2?
– Höhe ca. 350 mm
– Durchmesser ca. 108 mm
– Breite ca. 125 mm.
Anfrage zu Sonderlöschern
Sie suchen einen Feuerlöscher für ein besonderes Brandrisiko? Bitte beschreiben Sie möglichst genau, welche Stoffe, Materialien oder Anlagen geschützt werden sollen und wo der Feuerlöscher eingesetzt wird.
Hilfreich sind außerdem Angaben zu Einsatzort, Umgebungstemperatur, gewünschter Gerätegröße und gegebenenfalls bereits vorhandenen Feuerlöschern. Bei technischen Anlagen oder speziellen Stoffen können zusätzliche Hersteller- oder Sicherheitsinformationen für die Auswahl wichtig sein.


