
Bindemittel-Granulat wird eingesetzt, um ausgelaufene Flüssigkeiten auf festen Flächen aufzunehmen. Je nach Produktausführung eignet sich Granulat beispielsweise für Öl, Kraftstoffe, Betriebsflüssigkeiten oder bestimmte Chemikalien. Typische Einsatzbereiche sind Werkstätten, Lager, Produktionsbereiche, Betriebshöfe und Verkehrsflächen.
Welches Granulat geeignet ist, hängt von der aufzunehmenden Flüssigkeit, dem Untergrund und dem Einsatzort ab. Ölbindemittel, Vielzweckbinder und Chemikalienbinder erfüllen unterschiedliche Aufgaben und sind nicht beliebig austauschbar.
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Bindemittel-Granulat für Öl und Betriebsflüssigkeiten
Granulat wird häufig verwendet, wenn Öl, Kraftstoff, Hydrauliköl, Schmierstoffe, Kühlmittel oder andere Betriebsflüssigkeiten auf Böden oder Verkehrsflächen ausgetreten sind. Das Material wird auf die betroffene Stelle aufgebracht, nimmt die Flüssigkeit auf und kann anschließend wieder aufgenommen werden.
Entscheidend ist, dass das verwendete Bindemittel für die jeweilige Flüssigkeit und den vorgesehenen Einsatzbereich geeignet ist. Die Herstellerangaben zum Produkt sollten deshalb immer berücksichtigt werden.
Ölbindemittel als Granulat
Ölbindemittel-Granulate sind für Öle, Kraftstoffe und andere dafür vorgesehene ölhaltige Flüssigkeiten bestimmt. Sie werden unter anderem auf Werkstattböden, Betriebshöfen, Maschinenflächen, Tank- und Abfüllbereichen oder Verkehrsflächen eingesetzt.
Je nach Produkt unterscheiden sich Ölbindemittel unter anderem hinsichtlich Körnung, Saugvermögen, Wasserabweisung und geeignetem Einsatzbereich. Ein Produkt für feste Böden ist nicht automatisch für Wasserflächen oder öffentliche Verkehrsflächen geeignet.
Vielzweckbinder und Universalbinder als Granulat
Vielzweckbinder können je nach Produktausführung unterschiedliche Betriebsflüssigkeiten aufnehmen. Sie werden häufig in Werkstätten, Lagern, Produktionsbereichen und technischen Räumen eingesetzt, wenn verschiedene Flüssigkeiten auftreten können.
Auch bei Universal- oder Vielzweckbindern sollte die Eignung für das konkrete Medium geprüft werden. Für aggressive Chemikalien, Säuren oder Laugen kann ein dafür vorgesehener Chemikalienbinder erforderlich sein.
Weitere Informationen finden Sie unter Vielzweckbinder.
Chemikalienbinder und Spezialgranulate
Für Säuren, Laugen und andere Chemikalien stehen spezielle Chemikalienbinder zur Verfügung. Ob ein Granulat für einen bestimmten Stoff geeignet ist, richtet sich nach der konkreten Medienverträglichkeit des Produkts.
Bei Chemikalien sollten insbesondere Produktdatenblatt, Sicherheitsdatenblatt und betriebliche Vorgaben berücksichtigt werden. Nicht jedes Bindemittel ist für jede Flüssigkeit geeignet.
Weitere Informationen finden Sie unter Chemikalienbinder.
Feinkorn oder Grobkorn?
Bindemittel-Granulate sind in unterschiedlichen Körnungen erhältlich. Welche Körnung sinnvoll ist, hängt vom jeweiligen Produkt, der Flüssigkeit, dem Untergrund und der vorgesehenen Anwendung ab.
- Feinkorn: lässt sich fein auf einer Fläche verteilen und kann je nach Produkt beispielsweise für kleinere Leckagen oder dünnere Flüssigkeitsfilme geeignet sein.
- Grobkorn: kann je nach Produktausführung für stärker strukturierte Untergründe, Außenbereiche oder andere Anwendungen vorgesehen sein.
- Spezialgranulate: werden für bestimmte Medien oder besondere Einsatzbereiche angeboten.
Für die Auswahl sollte deshalb nicht nur auf die Korngröße, sondern auch auf die ausdrücklich angegebene Eignung des Produkts geachtet werden.
Weitere Informationen finden Sie unter Ölbinder Feinkorn und Ölbinder Grobkorn.
Granulat für Werkstatt, Lager und Betriebshof
In Werkstätten und technischen Betriebsbereichen können Flüssigkeiten beispielsweise bei Wartungsarbeiten, an Maschinen, Fahrzeugen, Hydraulikanlagen, Fässern oder Behältern austreten. Geeignetes Bindemittel sollte dort so gelagert werden, dass es bei Bedarf schnell erreichbar ist.
Auch auf Betriebshöfen, Ladezonen und Verkehrsflächen kann Granulat zur Aufnahme ausgelaufener Flüssigkeiten eingesetzt werden. Dabei ist besonders darauf zu achten, dass das Produkt für den jeweiligen Untergrund und die konkrete Anwendung vorgesehen ist.
Bindemittel auf Straßen und Verkehrsflächen
Für Straßen, Hofflächen, Fahrbahnen und andere Verkehrsbereiche sollten nur Bindemittel verwendet werden, die für den jeweiligen Einsatzbereich geeignet sind. Nicht jedes Granulat ist automatisch für öffentliche oder stark beanspruchte Verkehrsflächen vorgesehen.
Maßgeblich sind die Angaben des Herstellers, gegebenenfalls vorhandene Prüfungen sowie die Anforderungen am jeweiligen Einsatzort. Nach der Aufnahme der Flüssigkeit muss das verunreinigte Bindemittel wieder aufgenommen und entsprechend der enthaltenen Stoffe entsorgt werden.
Schwimmfähige und nicht schwimmfähige Bindemittel
Einige Ölbindemittel sind schwimmfähig und wasserabweisend. Sie können für Öl auf Wasserflächen oder in feuchten Bereichen vorgesehen sein. Andere Granulate sind hauptsächlich für feste Flächen gedacht.
Ein Bindemittel für Werkstatt- oder Verkehrsflächen ist daher nicht automatisch für Wasserflächen geeignet. Umgekehrt muss ein schwimmfähiges Ölbindemittel nicht für jede Anwendung auf festen Böden die passende Wahl sein.
Weitere Informationen finden Sie unter Schwimmfähige Bindemittel.
Hydrophob, hydrophil und oleophil
Bei Bindemitteln werden häufig Eigenschaften wie hydrophob, hydrophil oder oleophil genannt. Sie beschreiben, wie sich das Material gegenüber Wasser oder ölhaltigen Flüssigkeiten verhält.
- Hydrophob: wasserabweisend.
- Oleophil: ölanziehend.
- Hydrophil: wasseranziehend beziehungsweise wasseraufnehmend.
Welche dieser Eigenschaften erforderlich sind, hängt vom Einsatzbereich ab. Entscheidend bleiben die Angaben des konkreten Produkts.
Bindemittel-Granulat richtig anwenden
Vor dem Einsatz sollte zunächst geprüft werden, welche Flüssigkeit ausgetreten ist und ob das vorhandene Granulat dafür geeignet ist. Bei unbekannten oder gefährlichen Stoffen sind Sicherheitsdatenblatt und betriebliche Vorgaben besonders wichtig.
- Gefahrenstelle sichern und weitere Ausbreitung möglichst verhindern.
- Geeignetes Bindemittel für die vorhandene Flüssigkeit auswählen.
- Granulat entsprechend den Herstellerangaben aufbringen.
- Herstellerangaben zur Aufnahme beziehungsweise Einwirkzeit beachten.
- Gesättigtes Bindemittel vollständig aufnehmen.
- Fläche bei Bedarf nachreinigen.
- Verbrauchtes Bindemittel entsprechend der aufgenommenen Flüssigkeit entsorgen.
Granulat oder andere Bindemittelformen?
Granulat eignet sich besonders für Flüssigkeiten auf festen Flächen. Für andere Situationen können jedoch Kissen, Schlangen oder Vlies zweckmäßiger sein.
- Granulat: zur Aufnahme von Flüssigkeiten auf geeigneten festen Flächen.
- Bindekissen: für punktuelle Leckagen und Tropfstellen.
- Absorptionsschlangen: zum Eingrenzen und gleichzeitigen Aufnehmen von Flüssigkeiten.
- Bindevlies: für größere Flächen, Arbeitsbereiche oder wiederkehrende Tropfstellen.
- Notfallsets: kombinieren mehrere Bindemittelformen für vorbereitete Leckagesituationen.
Informationen zu diesen Produktformen finden Sie unter Bindemittel-Kissen, Schlangen & Schläuche, Bindemittel-Vlies und Notfallsets mit Bindemitteln.
Entsorgung von gebrauchtem Bindemittel-Granulat
Verwendetes Granulat ist entsprechend der aufgenommenen Flüssigkeit zu beurteilen. Wurde Öl, Kraftstoff oder eine Chemikalie aufgenommen, kann das gebrauchte Bindemittel andere Anforderungen an Sammlung und Entsorgung stellen als bei ungefährlichen Flüssigkeiten.
Die konkrete Einstufung richtet sich nach dem aufgenommenen Stoff, der Verunreinigung und den geltenden betrieblichen beziehungsweise entsorgungsrechtlichen Vorgaben. Bis zur Entsorgung sollte das aufgenommene Material so gesammelt werden, dass die gebundene Flüssigkeit nicht erneut austreten kann.
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Weiterführende Links
- Bindemittel & Ölspur-Beseitigung
- Bindemittel und Zubehör finden
- Vielzweckbinder
- Chemikalienbinder
- Schwimmfähige Bindemittel
- Ölbinder Feinkorn
- Ölbinder Grobkorn
- Bindemittel-Kissen, Schlangen & Schläuche
- Bindemittel-Vlies
- Notfallsets mit Bindemitteln
- Ölunfall-Sets
Häufige Fragen zu Bindemitteln
Was ist der Unterschied zwischen Ölbindemittel, Universalbinder und Chemikalienbinder?
Ölbindemittel sind in erster Linie für Öle, Kraftstoffe und andere Kohlenwasserstoffe vorgesehen. Viele Produkte sind wasserabweisend und können Öl aufnehmen, ohne sich sofort mit Wasser vollzusaugen.
Universalbinder oder Vielzweckbinder werden breiter eingesetzt, zum Beispiel für Öle, Emulsionen, Kühlmittel, wässrige Flüssigkeiten oder allgemeine Betriebsverschmutzungen. Ob ein Universalbinder für einen konkreten Stoff geeignet ist, hängt vom Produktdatenblatt und vom aufzunehmenden Medium ab.
Chemikalienbinder sind für Säuren, Laugen oder andere Chemikalien vorgesehen. Hier ist besondere Vorsicht erforderlich, da nicht jedes Bindemittel mit jedem Gefahrstoff verträglich ist. Maßgeblich sind immer das Sicherheitsdatenblatt, die Produktangaben und die betriebliche Gefährdungsbeurteilung.
Welches Bindemittel eignet sich für Ölspuren auf Verkehrsflächen?
Für Ölspuren auf Straßen, Hofflächen oder anderen Verkehrsflächen sollten geeignete Ölbindemittel verwendet werden, die für diesen Einsatzbereich vorgesehen sind. Häufig wird dabei auf Produkte mit Eignung für Verkehrsflächen geachtet.
Wichtig ist, dass das Bindemittel die Flüssigkeit zuverlässig aufnimmt und nach der Anwendung möglichst vollständig wieder aufgenommen wird. Auf öffentlichen Verkehrsflächen können zusätzliche Vorgaben von Straßenbaulastträgern, Feuerwehr, Kommune oder zuständiger Behörde gelten.
Nach dem Einsatz ist das verunreinigte Bindemittel fachgerecht zu sammeln und entsprechend der aufgenommenen Flüssigkeit zu entsorgen.
Was bedeutet Typ I, Typ II, Typ III oder R bei Ölbindemitteln?
Typangaben bei Ölbindemitteln beschreiben den vorgesehenen Einsatzbereich und bestimmte geprüfte Eigenschaften des Bindemittels. Je nach Produkt können zum Beispiel die Anwendung auf Gewässern, auf festen Flächen oder auf Verkehrsflächen eine Rolle spielen.
Die Kennzeichnung „R“ weist in der Praxis auf eine Eignung für Verkehrsflächen hin. Für Anwender ist wichtig: Nicht allein die Bezeichnung auf dem Sack entscheidet, sondern das jeweilige Prüfzeugnis, das Produktdatenblatt und der freigegebene Einsatzbereich.
Wenn Bindemittel auf öffentlichen Straßen oder betrieblichen Verkehrsflächen eingesetzt werden sollen, sollte deshalb gezielt ein dafür geeignetes und entsprechend geprüftes Produkt gewählt werden.
Wann sind schwimmfähige Bindemittel sinnvoll?
Schwimmfähige Bindemittel werden eingesetzt, wenn Öl oder Kraftstoff auf Wasseroberflächen aufgenommen werden soll. Sie sind wasserabweisend und nehmen bevorzugt ölartige Stoffe auf.
Typische Einsatzbereiche sind Auffangbecken, Gewässernähe, Gruben, Schächte oder Bereiche, in denen sich Öl auf Wasser sammelt. Für stark strömende Gewässer, größere Schadenslagen oder Einsätze außerhalb des Betriebsgeländes sind die zuständigen Einsatzkräfte oder Behörden einzubeziehen.
Auch bei schwimmfähigen Bindemitteln gilt: Das aufgenommene Öl bleibt ein verunreinigter Stoff und muss anschließend fachgerecht aufgenommen und entsorgt werden.
Wie wird gebrauchtes Bindemittel entsorgt?
Gebrauchtes Bindemittel ist immer entsprechend der aufgenommenen Flüssigkeit zu beurteilen. Wurde Öl, Kraftstoff, Farbe, Chemikalie oder ein anderer gefährlicher Stoff aufgenommen, kann das Bindemittel als gefährlicher Abfall einzustufen sein.
Ölverschmutzte Aufsaug- und Filtermaterialien, Wischtücher oder Schutzkleidung werden häufig unter dem Abfallschlüssel 15 02 02* geführt, wenn sie durch gefährliche Stoffe verunreinigt sind. Nicht gefährlich verunreinigte Materialien können je nach Fall unter 15 02 03 fallen.
Die konkrete Einstufung sollte immer durch den Betreiber, den Entsorger oder die zuständige Fachstelle erfolgen. Wichtig ist eine getrennte Sammlung in geeigneten, dicht schließenden Behältern und eine nachvollziehbare Entsorgung.
Kann jedes Bindemittel für Säuren und Laugen verwendet werden?
Nein. Für Säuren, Laugen und andere Chemikalien dürfen nur geeignete Chemikalienbinder verwendet werden. Ölbindemittel oder einfache Universalbinder sind dafür nicht automatisch geeignet.
Vor dem Einsatz muss geprüft werden, ob das Bindemittel mit dem jeweiligen Stoff verträglich ist. Grundlage sind Sicherheitsdatenblatt, Produktdatenblatt und die betrieblichen Vorgaben zum Umgang mit Gefahrstoffen.
Bei unbekannten Flüssigkeiten, größeren Mengen oder gefährlichen Reaktionen sollte kein ungeeignetes Bindemittel verwendet werden. In solchen Fällen sind zuständige Fachkräfte, Feuerwehr oder Gefahrgutbeauftragte einzubeziehen.
Was ist bei Bindemitteln in Werkstätten, Betrieben und Lagern wichtig?
Bindemittel sollten dort bereitstehen, wo mit Ölen, Kraftstoffen, Kühlschmierstoffen, Farben, Reinigern oder Chemikalien gearbeitet wird. Dazu gehören zum Beispiel Werkstätten, Lagerbereiche, Tankstellen, Maschinenräume, Produktionsbereiche und Ladezonen.
Wichtig sind eine ausreichende Menge, eine zum Risiko passende Auswahl und eine schnelle Erreichbarkeit. Zusätzlich sollten geeignete Schaufeln, Besen, Entsorgungsbehälter, persönliche Schutzausrüstung und gegebenenfalls Notfallsets vorhanden sein.
Im Betrieb sollte festgelegt sein, wer Bindemittel einsetzen darf, wie verunreinigtes Material gesammelt wird und welcher Entsorgungsweg vorgesehen ist.
Gibt es Bindemittel mit einer Zulassung für Kehrmaschinen?
Für den Einsatz mit Kehrmaschinen kommen nur Bindemittel in Frage, die für diese Anwendung geeignet sind. Entscheidend sind Körnung, Staubverhalten, Saugfähigkeit, Abriebverhalten und die Angaben des Herstellers.
Nicht jedes Bindemittel lässt sich maschinell aufnehmen. Zu leichte, stark staubende oder ungeeignete Materialien können Probleme bei der Reinigung verursachen oder Rückstände hinterlassen.
Wenn ein Bindemittel regelmäßig mit einer Kehrmaschine aufgenommen werden soll, sollten Produktdatenblatt und Herstellerangaben geprüft werden. Bei öffentlichen Verkehrsflächen können zusätzlich besondere Anforderungen gelten.
Anfrage zu Bindemittel-Granulat
Sie suchen Bindemittel-Granulat für Werkstatt, Lager, Betriebshof, Verkehrsfläche oder Gefahrstoffbereich? Für die Auswahl sind insbesondere die aufzunehmende Flüssigkeit, der Einsatzort und die gewünschte Produktausführung hilfreich.
Bei Chemikalien sollten nach Möglichkeit die genaue Stoffbezeichnung und Angaben aus dem Sicherheitsdatenblatt mitgeteilt werden. So lässt sich besser prüfen, welche Produkte für den vorgesehenen Einsatz infrage kommen.


